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Ein Wechselbad

Das Jahr 2015 wird als intensives, spannendes Jahr in die KIPRA-Geschichte eingehen – für mich und uns alle vom Vorstand war es ein Wechselbad der Gefühle. Der Grund dafür war, wie bereits im letzten Jahresbericht angetönt, die unsichere Finanzlage.

Bereits Anfang Jahr wurde uns klar, dass die zugesicherten Beiträge nicht reichen würden um den Aufwand des gesamten Jahres zu decken. Per Ende Januar stellten wir die recht aufwändige Produktion des Kursspots «Bhüet euch Gott» ein und konzentrierten uns auf die Radiopredigt, welche die höheren Einschaltquoten zeitigte. Wir suchten dazu weitere Geldquellen, stellten Gesuche und hofften bis Mitte Jahr. Im Juli wurde klar: Das Geld geht aus, die letzten Gesuche waren negativ beantwortet worden. Wir beschlossen aus diesem Grund, die Ausstrahlung der Predigten auf Radio Tell einzustellen. Am 2. August war Schluss.

Wir waren überrascht, dass dieser Schritt bei der Hörerschaft einige Reaktionen auslöste. Wir bekamen Anrufe und Zuschriften, die Regionalpresse berichtete. Eine Privatperson aus dem Emmental bot an, eine Spendenaktion durchzuführen um den fehlenden Betrag zusammenzubringen. Am 20. August fand in Hasle-Rüegsau ein Sponsoren-Anlass statt, der aber leider nicht den gewünschten Erfolg brachte. 

Alle diese Reaktionen motivierten uns aber, noch einmal intensiv nach Wegen für eine Fortsetzung dieser Radioarbeit zu suchen. Wir führten erneut Verhandlungen mit der Betreiberfirma von Radio Tell, dmd2 in Kehrsatz. Auch für den Sender war der Wegfall der kirchlichen Gelder ein existenzbedrohender Verlust. Radio Tell beschloss, auf die Satellitenausstrahlung zu verzichten und uns dadurch eine günstigere Sendepauschale anzubieten. Wir verzichteten auf die zweimalige Wiederholung der Predigt und änderten das Aufnahme-Prozedere. In Zukunft werden die Predigten selber und in Freiwilligenarbeit aufgenommen und geschnitten, KIPRA-Vorstandsmitglieder stellten sich dafür zur Verfügung, ein Aufnahmegerät wurde uns gespendet.

Am 1. November konnte nach dreimonatiger Pause die erste Predigt ausgestrahlt werden. Zuerst brachten wir Wiederholungen, ab dem 20. Dezember kommen neu produzierte Predigten über den Sender.  Erfreute Reaktionen aus der Hörerschaft bestätigen uns, dass dieser Schritt richtig war. Und im Januar ging bei Radio Tell eine grosszügige Spende ein, die erlaubt, jedenfalls in diesem Jahr noch die Satellitenausstrahlung zu ermöglichen. Damit können wir auch weiterhin Hörerinnen und Hörer in abgelegenen Gebieten erreichen.

Leistungsausweis

Im Jahr 2015 produzierten wir insgesamt 36 Predigten und strahlten mit allen Wiederholungen 110 mal eine Predigt aus. Dazu kamen im Januar noch vier Spots «Bhüet euch Gott», welche je 3x über den Sender gingen. Das sind insgesamt etwa 28 Stunden Wort Gottes und Christliche Botschaft. Die genaue Hörer-Reichweite zu bestimmen ist für einen kleinen Sender viel zu teuer. Die letzte Messung von 2012 (noch Radio Heimatklang) ergab am Sonntag Morgen durchschnittlich 16’000 HörerInnen, dazu kann man die etwa 8000 von Radio Tell zählen, so dass wir mit über 20’000 Zuschaltungen pro Predigt rechnen können. 

Vorstandsarbeit

Die ordentliche Generalversammlung fand am 27. April in Konolfingen statt. 
Der KIPRA-Vorstand setzte sich im Berichtsjahr aus folgenden Personen zusammen:

Samuel Burger, Konolfingen (Präsident)

Thomas Gehrig, Wiedlisbach (Sekretär)

Ruedi Moser, Langnau i.E. (Kassier)

Robert Droux, Bern

Hans-Ulrich Marti, Wünnewil

Aus den oben erwähnten Veränderungen ist ersichtlich, dass die Arbeit im Vorstand aufwändig und oft auch nervenaufreibend war.  Es gab sechs ordentliche und eine ganze Anzahl ausserordentliche Sitzungen, Besprechungen und Verhandlungen. Wir hatten aber im Vorstand ein gutes und konstruktives Gesprächsklima. Per Ende Jahr ist Hans-Ulrich Marti aus dem Vorstand ausgeschieden, da er auch als Synodalrat der Freiburger Kirche zurücktritt. 2016 wird dafür Stephan Trachsel aus Lützelflüh dazukommen.

Zukunft

Im nächsten Jahr wird uns neben der Herausforderung der Finanzierung die Erweiterung der PredigerInnen-Kreises auf alle Dialekt-Regionen der Deutschschweiz beschäftigen. Wir streben an, die Bern-Zentrierung hinter uns zu lassen und einen ausgewogenen Mix zwischen Regionen, Geschlechtern, Altersstufen und Konfessionen zu gewinnen. Für die Aufnahmen haben sich zwei Vorstands-Mitglieder bereit erklärt, zu den PredigerInnen zu fahren, ein weiteres Vorstandsmitglied wird die Tondateien schneiden und ans Radio übermitteln. Wir werden also voll operative Arbeit leisten müssen, damit wir das Preis-Leistungs-Verhältnis zu Gunsten der kirchlichen Finanzen optimieren können.

Für das Jahr 2017 streben wir vertiefte Zusammenarbeit mit oder sogar Integration unter das Dach der Reformierten Medien an. Wir erhoffen uns davon weitere Synergie-Gewinne und eine längerfristige Stabilität.

Wir sind überzeugt, dass wir mit unserer Arbeit im Namen der Kirchen einen wichtigen Beitrag zur Verkündigung des Evangeliums leisten können zu Gunsten einer treuen, der Volkskultur nahe stehenden Hörerschaft, welche nicht oder nicht mehr zur Kirche geht bzw. gehen kann. Wir hoffen, dass diese Arbeit in diesem relativ bescheidenen Rahmen weiter gehen und in mancher Stube ein Fenster zum Himmel öffnen und eine Gottesbegegnung möglich machen kann.

Konolfingen, im Januar 2016, Pfr. Samuel Burger, Präsident