Am 2. April 2017 ging die letzte Radiopredigt auf Radio Tell über den Aether – Pfarrer David Schneeberger aus Lützelflüh richtete sich ein letztes Mal an ein treues Predigtpublikum im volkstümlichen Internet-Radio. Der Verein Kipra ist es nicht gelungen, eine langfristig stabile Finanzierung der Predigten sicherzustellen.

In den letzten drei Jahren verfolgten rund 20‘000 Hörerinnen und Hörer jeden Sonntag die Radiopredigt auf Radio Tell – Heimatklang der Schweiz. Allerdings haben Radiopredigten aus dem Emmental bereits eine rund 20jährige Tradition – nach ihrem Start im Radio Emme erlebten die Radiopredigten einen dreimaligen Senderwechsel zuerst zu Neo2, dann zu Radio Heimatklang und schliesslich hin zu Radio Tell. Über die ganze Zeit hinweg waren die Radiopredigten für viele, vor allem auch ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte Leute eine echte Lebenshilfe.

Der 2014 gegründete Verein „Kipra Kirche im Privatradio“ bemühte sich, das ökumenische Pro-jekt auf finanziell stabile Füsse zu stellen. Bereits vor Radio Tell waren die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn die mit Abstand wichtigsten Geldgeber für das ehrenamtlich betriebene Projekt – das Geld wurde für Satellitenmiete und für die Ausstrahlung zu einem sehr moderaten Sendepreis benötigt.

Das gemeinsam mit anderen lokalen Kirchenradios angepeilte Ziel einer deutschschweizerischen und möglichst ökumenischen Trägerschaft scheiterte letztlich an den langen Vorlaufzeiten, der föderalistischen Kirchenstruktur und auch an den allgemeinen Sparanstrengungen der Kirchen. 

Dank Refbejuso als langjährig verlässlicher Partnerin und dank einzelnen Beiträgen aus katholischen und freikirchlichen Quellen gelang die Deckung der Kosten über die letzten drei Jahre hinweg. Eine nachhaltig stabile Finanzierung liess sich jedoch nicht etablieren, sodass die Streichung der Beiträge von Refbejuso nun das Ende der Radiopredigten bedeuten.

Der Kipra-Vorstand und die vielen ehrenamtlichen Predigerinnen und Prediger bedauern das Ende dieser niederschwelligen Verkündigung in einem traditionell der Kirche wohlgesinnten Milieu. Das Ende ist umso bedauerlicher, weil fast gleichzeitig ein Kirchenfenster in Radio Argovia aus programmtechnischen Gründen gestrichen wurde – Kirche im Privatradio verliert damit einen Teil seiner Verankerung.

Der Verein Kipra bleibt vorläufig bestehen. Er steht bei den Machern von Radio Tell mit einem niedrigen fünfstelligen Betrag in der Schuld.

 

 

Für den Kipra-Vorstand:

Thomas Gehrig, Präsident, thomas [PUNKT] gehrig [AT] aget [PUNKT] ch

 

 

Danke für die Unterstützung!

Allen voran haben die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn die Predigten über viele Jahre hinweg finanziell überhaupt erst ermöglicht. Wichtige Beiträge kamen zudem von der Römisch-katholischen Gesamtkirchgemeinde Bern, der Reformationsstiftung, der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Fribourg und von vielen privaten Spendern.

Ein spezieller Dank gilt allen Predigerinnen und Predigern, welche unentgeltlich und sehr engagiert für Kipra gearbeitet haben. 

Letztlich war das Predigt-Projekt aber nur möglich, weil die professionellen Radiomacher von Radio Tell mit Alexander Dal Farra an der Spitze immer wieder Hand für Lösungen boten und Kipra finanziell weit entgegenkamen.